Wie es zu diesem Buch kam
Schreiben wollte ich schon immer. Nur flossen die Gedanken schneller aus dem Kopf, als es mir gelang, sie mit meiner verkrampften Schreibweise auf das Papier zu bringen. Also ließ ich es bleiben und ärgerte mich.
Irgendwann trat der Computer in mein Leben und ich erlernte das schnelle Schreiben mit der Tastatur. Doch noch immer fehlte mir der Anfang. Ich grübelte solange darüber nach, wie ich anfangen koönnte, bis ich keine Lust mehr hatte und sich die Geschichte aus dem Kopf in Nichts auflöste.
Dann erlebte ich in einem Seminar mit völlig anderem Hintergrund bei einer Begegnung mit der unvergessenen Barbara Knuth, daß es eigentlich ganz einfach ist, Metaphern zu verfassen. Wenn sie damals gewußt hätte, was sie damit in mir auslösen würde ....
Nun, ich begann zur Jahrtausendwende mit dem Schreiben erster Märchen, in denen ich sehr viele eigene Empfindungen kunstgerecht verpackte. Wenn jemand aus meinem damaligen Bekanntenkreis eine der Geschichten las, so erschreckten mich die Reaktionen. Wohlgemerkt, positive Reaktionen! Und es begann die Flut des Schreibens, der Beginn dessen, was später als Schritt in die Öffentlichkeit bezeichnet werden kann. Später folgte eine erste Website und im Jahre 2004 ein Blog. Seitdem schreibe ich tagtäglich mehr oder minder sinnvolle und treffende Dinge. Mal erscheint Alltägliches, mal Politisches, mal Gesellschaftskritik im Blog.
Aus diesem Blog heraus veröffentlichte ich nach und nach humorvolle kleine Kurzgeschichten, deren Zahl binnen kürzester Zeit so schnell anwuchs, daß ich mich am 02.05.2007 mit dem ersten vollständig selbst verlegten Büchlein ins "kleine Rampenlicht" wagte. Der Erfolg war hübsch und machte Spaß. Dann kam das Angebot eines kleinen Druckkostenzuschuß-Verlages, der zwar eine neue Auflage mit weiteren Geschichten auf den Markt brachte, doch leider nie dem entsprach, was ein Autor von seinem Verlag erwarten konnte. So endete diese Zusammenarbeit auf recht turbulente Weise recht schnell und finanziell schmerzhaft.
Mehr als ein Jahr herrschte nun Ruhe um das Buch. Die Planungen liefen inzwischen zu einem eigenen Märchenbuch parallel zu einer möglichen Neuauflage von "Übernächtliches". Doch alles kam letztendlich ganz anders. Im Blog gefragt und es ward die Idee geboren, eine gänzlich neue Auflage zu erzeugen. Die nun vorliegende (inzwischen siebente) Version von "Übernächtliches" trägt den Untertitel "Mensch hat´s nicht leicht" und vereint nun das geplante Märchenbuch, neue Kurzgeschichten und die bisher veröffentlichten Kurzgeschichten neben zwei kleinen Gedichten in sich.
Hinter alledem steht nach wie vor die Ernsthaftigkeit der Verarbeitung dessen, was ich erlebt habe. Alle Geschichten, seien sie auch noch so humorvoll und hintergründig, sind Produkte dessen, was mir geschehen ist oder hätte geschehen können. Ob die Auseinandersetzung mit Depressionen, Suizidversuchen, Alkohol, Verlustängsten oder Beziehungen - oder auch die gemeine, ja boshaftige Beschreibung alltäglicher Situationen bis zu ihrem in der Realität verhinderten Ende - alles trägt autobiographische Züge. Ich bestreite nicht, dass man lachen kann, wenn man dieses Buch liest oder hört. Lachen macht Sinn und ist für mich Ausdruck der Freude überstandener Probleme. Doch es wird auch vielleicht Momente mit Tränen geben, das ist mir bewußt. Passen Sie auf sich auf!
Das Abenteuer Buch erfährt nun eine neue Folge. Und schreiben? Schreiben werde ich weiterhin!
Denn ich lebe noch und ich lebe gern. Jeden Tag, als wäre es der Letzte.
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